Ein Jahr lang haben wir über verschiedene Kanäle kommuniziert, dass Spaltung unserer Gesellschaft sehr schadet. Die Zielgruppe waren junge Menschen in Baden-Württemberg. Deshalb stand eine Social Media - Kampagne über TikTok und Instagram im Vordergrund (@spaltung_sucks). Um möglichst viele Menschen anzusprechen, wurde in Kooperation mit der Firma Ströer out-of-home-Kampagnen entwickelt (Plakate an Ausfallstraßen). Und es gelang, ein Großflächenplakat am Stuttgarter Hauptbahnhof anzubringen (Slogan: BAWÜ ohne Zusammenhalt ist wie Spätzle ohne Soß.
Ein paar wichtige Erkenntnisse teile ich gerne hier:
💡 Wir bekamen von unterschiedlicher Seite viel Zuspruch, dass das Thema Spaltung ein sehr wichtiges ist. In Zeiten von Polarisierung ist es immer schwieriger, mit verbindenden Positionen Gehör zu finden. Es gibt aber ein großes Bedürfnis, dass diese wieder stärker zur Geltung kommen.
💡 Die wahrgenommene Spaltung wird auch durch die Algorithmen der großen Plattformen bestärkt, die alles befördern, was massive Auseinandersetzungen befördert. Dort werden die mehr gehört, die ein Interesse daran haben, z.B. Kulturkämpfe zu inszenieren. Das bringt zwar Aufmerksamkeit und Klicks, löst aber keine Probleme.
💡 Es gibt aber auch eine reale Spaltung. Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander und dies zeigt sich in dramatischer Weise auch im Bildungserfolg, der stark von der Herkunftsfamilie abhängt. Solange diese Probleme nicht angegangen werden, wird auch das Thema Spaltung bleiben. Das lässt sich nicht alleine mit Kommunikation regeln.
💡 Es ist auch möglich, ohne ein Millionenbudget viele Menschen zu erreichen. Ich war zum Beispiel erstaunt, wie viele views mit überschaubaren Beträgen für bezahlte Inhalte bei TikTok erreicht werden können. Und es lohnt sich, dort zu investieren und andere Perspektiven zugänglich zu machen.
💡 Dies würde ich aber nur empfehlen mit einer Agentur, die sich auch kompetent in diesen Medien bewegt. Wir hatten großes Glück, dass wir mit SQUIRREL & NUTS arbeiten durften, die sowohl Social Media als auch (politische) Jugendkommunikation und Jugendverbandsarbeit beherrschen. Das war sehr bereichernd.
💡 Wir haben aber sehr gute Erfahrungen damit gemacht, nicht nur über Social Media zu kommunizieren, sondern auch direkt. Sei es an Aktionsständen in Fußgängerzonen oder in Workshops mit Jugendlichen. Hier konnten wir viel direktes Nachdenken und Diskutieren anregen. Ich bin mir sicher, dass das weiter wirkt, auch wenn dies sehr aufwendige Formen der Kommunikation sind.
Einige wichtige Gedanken könnt ihr noch nachhören in unseren Podcastfolgen (findet ihr z.B. bei Spotify @landesjugendring_bw), auf unseren Insta-oder TikTok-Accounts (@spaltungsucks) oder auf der Kampagnenseite.
Was eine gute Kampagne ausmacht
